Die SideVü Echolottechnologie – einfach & genial!

Viele haben schon von dieser Technologie gehört, doch nur wenige können die Bilder richtig lesen und interpretieren. Dabei ist diese Technologie mit Theorie und ein bisschen Übung am Wasser leicht zu meistern, und kann in kürzester Zeit zu mehr Fangerfolg beitragen.

Gerade an Gewässern mit interessanten Strukturen und größeren versunkenen Objekten macht sich die SideVü Technologie bezahlt, da man innerhalb von wenigen Sekunden die Fläche eines Fußballfeldes absuchen kann, um so einen schnellen Überblick über die Untergrundstruktur des Gewässers zu bekommen. Mit den herkömmlichen Technologien kann es schon mal passieren, das man aufgrund des begrenzten Sendekegels vergebens auf der Suche nach Strukturen/Objekten ist, über die man in der Vergangenheit schon mal zufällig gestolpert ist. Im Gegensatz dazu hat man mit der SideVü Technologie einen Sendekegel von 86° zu beiden Seiten, und eine effektive Reichweite von bis zu 75m nach links und 75m nach rechts. Je nach Gewässertiefe, Einsatzgebiet und natürlich dem verwendeten Gerät variiert der abgetastete Bereich natürlich. Aber später dazu mehr.

Am besten vorstellen kann man sich das Ganze natürlich anhand von Praxisbeispielen. Auf der Lake Trophy 2015 haben wir nicht nur jede Menge schöne Fische gefangen, sondern haben die Zeit auch genützt um diverse Echolote erneut auf Herz und Nieren zu testen, und haben einige sehr eindrucksvolle Screenshots vom Untergrund des Lipno Stausees gemacht, die zeigen was sich sich vor Jahrzehnten unter der Wasseroberfläche abgespielt hat.

Kurz zur Geschichte des Lipno Stausees: Der Lipno Stausee entstand im Jahr 1959, um flussabwärts gelegene Städte wie Budweis und Prag vor Hochwasser zu schützen. Dabei wurde nur ein paar Kilometer nach der österreichischen Grenze eine Staumauer an der Moldau errichtet. Alles was später unter Wasser zu versinken drohte, wurde von den damaligen Bewohnern und Grundeigentümern noch großteils entfernt. Ganze Häuser wurden zum Teil abgetragen, andere wurden Ihrem Schicksal überlassen und fielen nach Jahren unter Wasser in sich zusammen, und schufen so einen perfekten Lebensraum für alle Arten von Raubfischen. Nicht nur in alten Hausruinen findet man häufig den einen oder anderen Raubfisch, auch in den alten abgeholzten Wäldern oder im alten Flussbett hat man die besten Chancen um zum Fisch zu kommen. Ganz nach dem Motto: Wo man Hänger hat, dort findet man die Fische.

Und um diese interessanten Plätze auf solch einer riesigen Wasserfläche wie des Lipno Stausees (46,5 km² bei 42km Länge) schnell zu finden, benötigt man eine leistungsstarke Echolottechnologie wie die SideVü Technologie von Garmin.

Wie funktioniert die SideVü Technologie:

Am besten vergleichen kann man die SideVü Technologie mit der DownVü Technologie (bei anderen Herstellern Down Scan oder Down Imaging genannt). Der große grundlegende Unterschied ist das dazukommen einer neuen Ebene. Im Geber selber sind 2 einzelne Einheiten enthalten, die jeweils in einem Kegel von 86° nach links und rechts aussenden, und so 2 seperate Teilbilder erschaffen die auf dem Echolotbildschirm zusammengefügt werden. Am besten kann man sich das ganze vorstellen, wenn man sich die SideVü Anzeige als 2 einzelne DownVü Bilder vorstellt, die einfach einmal um 90° nach links, und einmal um 90° nach rechts gedreht wurden. Die DownVü und SideVü Technologie verwenden grundsätzlich dieselben Frequenzen, daher werden Objekte und Fische auf beiden Technologien ähnlich, und gleich detailliert dargestellt angezeigt.

sidevu-infographic

Wie ist das SideVü Bild aufgebaut:

Das SideVü Bild ist eigentlich sehr simpel aufgebaut. Hat man einmal den Dreh raus, kommt man mit der SideVü Technologie schnell klar.

SideVü_Lipno_ScreenerklärungV2

ROTER PUNKT: Die aktuelle Position des Bootes, mit einem Weitblick von je 50m links und rechts. Das Bild scrollt von oben nach unten. (Kleiner Tipp: Richten Sie für den Anfang das Echolot in Fahrtrichtung aus)

GELBE LINIE: Die Gelbe Linie zeigt die Position des Bootes am Untergrund. Den Wasserbereich links & rechts muss man sich hochgeklappt, und die beiden gelben Linien unter dem Boot zusammengeschoben vorstellen. Somit erhält man ein dreidimensionales Bild.

  1. Wasseroberfläche, bzw. Oberflächenstörungen (je nach Einstellungen vorhanden oder nicht vorhanden).
  2. Wasserbereich zur linken Seite des Bootes. Hier werden Fische, Fischschwärme und Objekte angezeigt, die sich weit genug über Grund auf der linken Seite des Bootes befinden.
  3. Wasserbereich zur rechten Seite des Bootes. Hier werden Fische, Fischschwärme und Objekte angezeigt, die sich weit genug über Grund auf der rechten Seite des Bootes befinden.
  4. Bodenbereich zur linken Seite des Bootes. Hier werden einem Strukturen, Objekte und Fische links vom Boot angezeigt.
  5. Bodenbereich zur rechten Seite des Bootes. Hier werden einem Strukturen, Objekte und Fische rechts vom Boot angezeigt.
  6. Bereichslinen: Diese kann man sich in den Einstellungen ein oder ausblenden. Sind aber wirklich sehr empfehlenswert, da man so gute Referenzpunkte für das Abschätzen von Abständen oder Größen diverser Objekte hat.
  7. Informationsanzeige: Hier werden einem Infos wie Batteriespannung, GPS Geschwindigkeit, Wassertemperatur, die aktuelle Tiefe und die aktuell verwendete Geberfrequenz angezeigt.
Strukturen suchen + Entfernungen und Größen messen:

Dank der Bereichslinien ist es ein leichtes ungefähre Distanzen zu messen, und die Größe von einem Objekt festzulegen. Je größer ihr den abzutastenden Bereich einstellt, desto kleiner werden euch natürlich Objekte und Strukturen angezeigt. Wenn ihr wissen wollt, wie weit sich ein Objekt neben dem Boot befindet, müsst ihr immer die aktuelle Wassertiefe von der mit den Bereichslinien gemessenen Entfernung abziehen, da die 0-Position an der Wasseroberfläche startet, sich aber eigentlich an der gelben Line (Bild oben) startet. Am besten zeigen wir das wieder an einem Beispiel.

SideVü_Lipno_Abmessungen

Auf dem Bild kann man links die alte Eisenbahnstrecke erkennen, die sich auf eine Erhöhung raufzieht. Links davon abfallendes, tiefer werdendes Gelände. Rechts sieht man den flacher werdenden Uferbereich, mit ein paar versunkenen Objekten.

Rechts vom Boot konnten wir ein Objekt ausmachen (Nr. 1). Wie weit sich dieses Objekt jetzt genau neben dem Boot befindet könnt ihr folgendermaßen herausfinden.Einfach die aktuelle Wassertiefe (Gelbe Linie: auf der Höhe des Objekts waren das in etwa 3 Meter) von der mit Hilfe der Bereichslinien ermittelten Entfernung (Weiße Linie: ca. 23m) abziehen. Das heisst das angezeigt Objekt befindet sich in einer Entfernung von ziemlich genau 20 Meter rechts vom Boot. Die Größe lässt sich ebenfalls mit Hilfe der Bereichslinien abschätzen. Wir schätzen es auf eine Länge zwischen 3,5 und 4 Meter (rote Linie).

Der Schatten als Hilfe

Wie hoch und voluminös ein Objekt ist, könnt ihr wiederum mit Hilfe des Schattens einschätzen. Hinter einem jeden Objekt, das groß genug ist, wird auf unserer Echolotanzeige eine Art Schatten in der direkten Flucht zum Geber dargestellt. Daran kann man abschätzen wie hoch und voluminös das gefundene Objekt unter Wasser ist. Das können größere Steine, versunkene Bäume, Plateaus oder natürlich auch Fische sein. Am einfachsten kann man das Ganze erklären, wenn ihr euch statt dem Geber eine Taschenlampe vorstellt. Überall wo kein Licht (Schallwellen des Gebers) hinkommt, ensteht ein Schatten. Dieser ist umso länger, je flacher das Wasser, oder je höher das Objekt ist. Daher ist es teilweise einfacher im flachen Wasser Hindernisse zu finden. Das Licht/Schatten Prinzip kann man wunderbar an dem oben gezeigten Bild zeigen. Dort kann man links die alte Eisenbahnstrecke erkennen, die sich erst aus einem vertieften Bereich auf einen Damm hochzieht. Links davon abfallendes Gelände in das alte Flussbett der Moldau hinein.

Fische und Fischschwärme mit der SideVü Technologie finden

Zuerst sollte erwähnt werden das das Finden von Fischen mit dieser Technologie ein wenig Zeit am Wasser erfordert um schnell zwischen Hindernissen oder Fischen zu unterscheiden. Natürlich kann man sich trotz des besten Echolots und jeder Menge Erfahrung nie zu einhundert Prozent sicher sein ob es sich beim gesichteten Objekt auch wirklich um einen Fisch handelt.

Folgende Faktoren erschweren das Finden von Fischen:

  • Steil abfallendes Gelände mit vielen Hindernissen wie ins Wasser gefallene Bäume.
  • Steil abfallendes Gelände mit hartem oder felsigem Untergrund
  • Tiefes Wasser von mehr als 20 Meter

Folgende Faktoren begünstigen das Finden von Fischen:

  • Flacheres Wasser
  • Weicher Untergrund
  • Keine oder wenig Hindernisse

Um erfolgreich Fische bzw. Fischschwärme mit dieser Technologie zu finden benötigt es leicht angepasste Einstellungen. Wo man bei der reinen Strukturensuche noch das Maximum an der abgesuchten Breite rausgeholt hat, empfiehlt sich bei der Fischsuche auf weniger Breite zu setzen, da sonst ein jeder abgesuchter Meter auf dem Echolot dementsprechend kleiner dargestellt wird, und das so das erkennen von kleinen Details erschwert.

Die zweite Änderung in den Einstellungen ist das heruntersetzen der Helligkeit und des Kontrasts (beides in den SideVü Menüeinstellungen zu finden), da sich so Fische besser von Untergrund abheben. Warum das so ist? Generell gibt es ja Objekte und Flächen die unter Wasser heller oder dunkler angezeigt werden. Metalle, harte Objekte und vor allem Luft werden als hart (hell) angezeigt. Wenn wir nun die Helligkeit unserer Anzeige heruntersetzen ändert sich an der Helligkeit der „harten“ Objekte nur wenig, weiche Stellen werden aber stärker reduziert. So können wir leichter zwischen Fischen und Untergrund differenzieren. Aber am besten gibt´s dazu auch wieder ein Beispielbild.

SV_Fische

  1. Futterfischschwarm zur linken Seite des Bootes. Da dieser stärker bzw. heller angezeigt wird, weis ich dass sich der Großteil des Fischschwarms auf der linken Seite befindet.
  2. Futterfischschwarm zur rechten Seite des Bootes. Da dieser schwächer bzw. weniger hell angezeigt wird, weis ich dass sich nur ein kleiner Teil des Fischschwarms auf der rechten Seite befindet.
  3. Zwei größere Fische in Grundnähe. Diese lauern hier in der Nähe des Futterfischschwarms.
  4. Wie schon oben erwähnt können auch größere Fische einen Schatten werfen. Dieser entsteht immer in der direkten Flucht zu Geber. Daraus kann man die ungefähre Entfernung zum Gewässeruntergrund abschätzen. Fische die direkt am Boden stehen werfen keinen Schatten, und sind daher schwerer zu erkennen.
Einstellungen leicht gemacht:

Garmin ermöglicht es den Benutzern zwischen manuellen und automatischen Einstellungen zu wählen. Gerade bei Gewässern mit stark schwankenden Gewässertiefen empfiehlt sich das verwenden der automatischen Einstellungen, da das Bild ständig angepasst wird. Bei den manuellen Einstellungen kann es gerade bei Gewässern mit stark schwankenden Wassertiefen sein, dass das Echolotbild im tiefen Wasser passt, im flachen Wasser aber zu stark aufgehellt ist. Daher empfiehlt sich bei Gewässern mit vielen Tiefenunterschieden auf automatische Einstellungen zu setzen. Bei flacheren Gewässern (wie zum Beispiel unsere Baggerseen mit maximal 10m Tiefe) könnt ihr euer Gerät manuell auf eure Bedürfnisse einstellen.

Welche Geräte können DownVü / SideVü?

Welche Geräte für welche Technologie geeignet ist seht ihr auf dem Bild. Prinzipiell aber kann man sagen das alle 2015 erschienenen Geräte ab 7-Zoll die neuen all-in-one Geber unterstützen, und so alle Echolottechnologien mit nur einem Geber ermöglichen. Für alle 2014 erschienenen Geräte ab 7-Zoll ist noch die Black-Box GCV10 mit einem extra Geber erforderlich.

DownVü_SideVü_Produkte_2

Mehr zur SideVü Technologie, und Anwendungsbeispielen gibt es laufend  in neuen Blogbeiträgen.

Euer Team Garmin.

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